
Die Selbstpräsentation, die Eindruck macht!
Du hast Dein Studium erfolgreich absolviert, hast einen Plan für Deinen Berufseinstieg, Fotos sind gemacht und einige vielversprechende Bewerbungen ebenfalls verschickt. Und dann erreichen Dich die folgenden Zeilen:
… Bedanken wir uns für Ihr Interesse an unserem Unternehmen und ganz speziell der ausgeschriebenen Position. Wir freuen uns, Sie am kommenden Dienstag, um 10:00 Uhr zu einem persönlichen Kennenlerntermin in unserem Unternehmen begrüßen zu dürfen! Bitte bereiten Sie dazu eine Kurzvorstellung vor und nehmen Sie Stellung zu den folgenden Punkten:
- Was zeichnet Sie aus?
- Was bringen Sie mit?
- Was können wir von Ihnen erwarten?
Was für eine Herausforderung! Wie sollst Du nur starten, um hier so richtig zu glänzen? Deine Bühne! – endlich kannst Du zeigen, was in Dir steckt! Dein Ziel ist es nun, als Kandidat:in im Gedächtnis der agierenden Personen (Personaler/ fachlich und disziplinarisch Vorgesetzten) zu bleiben.
Eine nachhaltige Selbstpräsentation ist kein Zauberei, vielmehr sind Deine solide Vorbereitung gefragt, profunde Recherche, etwas Empathie und dann ganz einfach auch Übung nicht zu vernachlässigen. Im besten Fall solltest Du Dich zuhause fühlen in Deiner Selbstpräsentation, diese passgenau auf die aktuellen Anforderungen ausrichten und je nach Szenario die notwendigen Anpassungen vornehmen, die die möglichst beste Antwort auf die Frage Deines Gegenübers bieten: Warum bist gerade Du die beste Lösung für diese Aufgabe?
Dieses erste Gespräch folgt der zentralen Zielsetzung, die fachlich und disziplinarisch Vorgesetzten und Personalverantwortlichen von Dir zu überzeugen, Dich als Lösung zu etablieren.
Deine Rolle verstehen
Auch wenn Du noch keine allzu umfangreiche Berufserfahrung mitbringst, hast Du viel mehr zu bieten, als Du denkst: Praktika, Nebenjobs, Auslandsauenthalte, Ehrenamt und Projekte aus dem Studium. Überlege Dir gut, welche Deiner Leidenschaften, Kompetenzen, Fähig- und Fertigkeiten in besonderer Weise auf die Herausforderungen der ausgeschriebenen Position einzahlen. Dazu kann es sehr interessant sein, nicht nur den Ausschreibungstext zu analysieren, sondern ergänzend Vorgespräche zu führen. Versuche mit dem verantwortlichen Personaler zu telefonieren, verstehe, was er Dir auch zwischen den Zeilen mitgibt. Sprich vielleicht mit dem fachlichen Kontakt, bemühe Dein Netzwerk und das Deiner vertrauten Community, um zu analysieren, welches die zentralen Herausforderungen des Bereiches, Unternehmens, der Branchen sind. Vor diesem Hintergrund kannst Du dann Deine eigene „Karriere-Story“ entwickeln.
Frage Dich:
- Welche Herausforderungen haben mir Energie gegeben?
- Wo habe ich Verantwortung übernommen?
- Welche Fähig- und Fertigkeiten konnte ich in diesem Zusammenhang einsetzen?
Zusatz-Tipp: Es wird heute seltener von Stärken und Schwächen gesprochen, dennoch ist es wichtig zu wissen, was liegt Dir?
Notiere Dir daher:
- Wo bist Du richtig stark?
- Was liegt Dir ganz besonders?
- Was nutzt Du blind, wenn es herausfordernd wird?
- Was fällt Dir nicht so leicht?
- Wo musst Du Dich richtig anstrengen?
- Was macht gar keinen Spaß?
Deine Botschaft kreieren
Mit diesem Hintergrund kannst Du arbeiten, wenn Du im nächsten Schritt Deine „Karriere-Story“ und damit auch Deine Botschaft ausfeilst. Formuliere in wenigen Sätzen: Zeig auf, was Dich bisher geprägt hat und wo Du hinwillst:
- Deine wichtigsten Stationen (Studium, Praktika, Projekte)
- Situationen, in denen Du Verantwortung übernommen hast
- Fähig- und Fertigkeiten, Kompetenzen, die Du dazu genutzt hast
Setze Deine Story unbedingt in Bezug zu den Herausforderungen, auf die Du treffen wirst, und passe sie entsprechend an, so dass Du eine brillante Antwort auf die Eingangsfrage sein wirst: Warum bist gerade Du die beste Lösung für diese Aufgabe?
Dabei kann es sehr wertvoll sein, die Perspektive Deines Gegenübers einzunehmen, zu überlegen, welches die größten Herausforderungen sind. Je mehr Informationen Du in diesen Prozess einfließen lassen kannst, umso besser!
Auftritt und Wirkung
In diesem dritten Punkt geht es um Deine Performance, sprich um Körpersprache, Stimme und Sprache und um Deine innere Haltung, um Authentizität. Geübte Führungskräfte und Personalverantwortliche merken sehr schnell, ob Du hinter dem stehst, was Du sagst. Es macht also Sinn, sich in einer guten Energie, ausgeruht und positiv gestimmt in ein solches Gespräch zu begeben. Darauf solltest Du unbedingt achten:
- Körpersprache: aufrechte Haltung, Blickkontakt und ruhige Gestik
- Sprache: klar und strukturiert. Füllwörter nach Möglichkeit vermeiden. Merke: eine tiefere Stimmlage (die wir bekommen, sind wir entspannt) kann helfen, Vertrauen aufzubauen.
- Innere Haltung: sich weder kleinmachen, noch überzogen auftreten. Sich vielmehr authentisch zeigen, zeigen, warum genau Du eine Bereicherung bist.
Übe Deine Selbstpräsentation vor dem Spiegel, zeichne sie auf oder bitte eine vertraute Person, mit Dir zu üben und ein ehrliches Feedback zu geben. Bereite ein virtuelles Bewerbungsgespräch dementsprechend vor. Prüfe Deine Technik im Vorfeld. Sorge für eine stabile Internetverbindung, gute Beleuchtung, eine professionelle Bild- und Tonübertragung.
Fazit: Zeig, was in Dir steckt!
Selbstpräsentation ist keine Frage von Show, sondern von Klarheit und Selbstvertrauen. Wer seine eigene Geschichte kennt und sie authentisch vermittelt, gewinnt Sicherheit – und überzeugt andere ganz natürlich.
Mein Tipp: Übe Deine Selbstpräsentation laut und hole Dir Feedback – so entwickelst Du Schritt für Schritt eine überzeugende Präsenz.
