
Was ist mir wichtig? Wie möchte ich leben? Was sind meine Ziele?
Bei diesen Fragen geht es um Werte. Wenn Sie also an Ihre Werte denken, dann denken Sie an das, was Ihnen in Ihrem Leben wichtig ist. Als Beispiele Selbstbestimmung, Neugier, Traditionen, Sicherheit, Anregung, Unabhängigkeit, Weisheit, Erfolg, Güte, Genuss usw. Und es gibt für jeden Menschen sehr wichtige und weniger wichtige Werte. Diese beeinflussen Beziehungen, den Lebensplan, Glück und Wohlbefinden und nicht zuletzt unser tägliches Handeln.
An welcher Stelle diese Werte in Ihrem persönlichen Werteranking stehen, das macht auch die Richtung in Ihrer Berufswahl und in Ihrem Lebensweg aus.
Allerdings steht die Neugier nicht bei allen Menschen im Werteranking an einer Top-Position. Sollte sie aber – 3 gute Gründe dazu:
Neugier ist der Beginn von allem
Wie sollen Innovation oder Kreativität entstehen, wenn man nicht neugierig ist? Hätte am 3. September 1928 der britische Bakteriologe Alexander Fleming die liegen gebliebenen Schalen mit Bakterienkulturen – auf denen sich in der Zwischenzeit Schimmelpilze breitgemacht hatten – gesehen und beim Aufräumen einfach weggeschmissen, nach dem Motto, „die Sauerei kenn ich schon, weiß schon, dass das Mehrarbeit bedeutet, brauch ich nicht“, wann wäre dann die Geburtsstunde des berühmtesten Antibiotikums gewesen?
Wie sollen wir die ganzen Veränderungen kreativ, effizient und sinnvoll angehen, wenn wir nicht neugierig auf Veränderungen sind. Und ich weiß, dass es nicht einfach ist, neugierig zu bleiben, wenn die Veränderungen übermächtig erscheinen. Aber Neugier ist der Beginn von allem.
Open Mind – der Blick über den Tellerrad, die richtigen Fragen
Alle kennen das Bild von der Nadel im Heuhaufen. Und dann las ich, dass Albert Einstein zu dieser Metapher sagte: „Bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen ist der Unterschied zwischen mir und einem normalen Forscher der, dass ein normaler Forscher mit der Suche aufhört, wenn er eine Nadel gefunden hat, ich aber den ganzen Haufen durchsehe, ob nicht vielleicht noch weitere Nadeln darin sind.“ Holy Shit. Ich habe wochenlang jedem, der in meine Nähe kam, Albert Einstein zitiert.
Neugier lässt uns die richtigen Fragen stellen (wenn wir auf die Antworten neugierig sind) und weit über den Tellerrand blicken. Denn die meisten Menschen meinen, dass Sie über den Tellerrad blicken – was sie sehen, ist aber nur der Tisch.
Vorfreude und Dopamin
Neugier ist Vorfreude im Gegensatz zur Jetztfreude, wenn das Erwartete endlich eintrifft. Und für beides hält unser Gehirn unterschiedliche Hormone bereit. Die Jetztfreude wird mit Endorphin belohnt. Das ist mitverantwortlich für die Entstehung von Euphorie, beispielsweise bei Ausdauersport, Lachen oder einem guten Essen. Das Vorfreudehormon Dopamin ist als „Botenstoff des Glücks“ bekannt und wirkt unter anderem auf das Belohnungszentrum im Gehirn. Zur verstärkten Dopaminausschüttung kommt es z.B. beim Konsum von Social Media, wenn man Likes bekommt, aber auch, wenn man neugierig ist. Wir können uns also über die Neugier mit Glückshormonen belohnen und fühlen uns beflügelt. Wenn das kein Glück ist.
