Karrieretipps > Wissenswertes > Corona zerstört Träume vom Auslands-Aufenthalt

Irene Smetana

Corona zerstört Träume vom Auslandsaufenthalt.


Was tun: Gehen oder bleiben? Was ist die richtige Entscheidung?

 

Sind deine Träume abrupt mit dem Lockdown zerplatzt? Musstest du dich ungewollt von all deinen Plänen verabschieden, die Welt zu entdecken, eine fremde Sprache zu lernen und dabei noch etwas Gutes zu tun? Überlegst du, ob du es trotz Corona tun sollst oder wie du am besten umdisponieren kannst?

 

Ein Aufenthalt im Ausland ist ausgesprochen wertvoll, sowohl für deine Karriere als auch für die Persönlichkeitsent­wicklung. Zu welchem Preis lohnt es sich aber, aktuelle Risiken auf sich zu nehmen? Wie schauen gute Alternativen aus? ­Welche gibt es überhaupt?

 

Uns alle beschäftigen viele Fragen rund um Covid-19. Aufgrund vieler Unwägbarkeiten ist es schwierig geworden, langfristige Pläne zu machen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, damit du von deinen bisherigen Absichten nicht komplett Abstand nehmen musst. Hier findest du einige Aspekte, die dir bei deinen Überlegungen weiterhelfen können.

 

Option 1: Auslandsaufenthalt verschieben

Wenn du erst am Anfang deines Studiums stehst, kannst du einen Auslandsaufenthalt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, egal ob du ein Semester im Ausland studieren, ein Praktikum absolvieren oder irgendwo ehrenamtlich arbeiten möchtest. Warte in Ruhe die Entwicklungen ab. Vielleicht gibt es schon bald einen zuverlässigen Impfstoff, der Reisen und Auslands­aufenthalte wieder sicher macht.

 

Vorteile

  • Gesundheitlich gefährdest du weder dich selbst noch deine Liebsten.
  • Du bleibst in einem Umfeld, in dem das Gesundheitssystem stabil, belastbar und eins der besten der Welt ist.

 

Bedenke, dass jederzeit neue Corona-Hotspots aufflammen und folgende Umstände nach sich ziehen können:

  • Präsenzunterricht findet nicht mehr statt, Online-Vorlesungen beherrschen den Alltag und du hast nichts von dem Campusleben an der angesagten Uni im Ausland.
  • Du ärgerst dich grün und blau, wenn es zu einer strikten Ausgangssperre kommt, während das Meer vor deiner Balkontür rauscht.
  • Eine Heimreise ist nicht mehr so ohne weiteres möglich, du sitzt irgendwo in der Welt fest oder musst einen exorbitanten Preis für ein Rückflugticket bezahlen.
  • Du machst dir Sorgen um die Gesundheit deiner Familie oder Freunde, bist am anderen Ende der Welt und kannst überhaupt nichts für sie tun.
  • Du fühlst dich in einer fremden Stadt völlig isoliert und bist totunglücklich.

 

Option 2: Alternativen suchen und finden

Wenn du eine gute Alternative zu deinen ursprünglichen ­Vorhaben suchst, schaue nach dem Motiv, das du mit deinen Auslandsplänen verfolgt hast. Frage dich, wie du dein Ziel anders erreichen kannst. 

 

Fremde Sprache lernen

Geht es dir darum, eine Sprache unter Einheimischen zu ­lernen? Dann recherchiere, wo in Europa du sie praktizieren kannst, um nicht in schwer betroffene Corona-Gebiete in Nord- bzw. Südamerika oder Afrika reisen zu müssen.

 

Niederländer, Belgier und Skandinavier sind bekannt dafür, mehrere Sprachen fließend zu sprechen. In Malta gehört Englisch zum Alltag und in Luxemburg wird Französisch gesprochen. Zudem kannst du überall zusätzlichen Sprachunterricht nehmen, um eine Sprache noch schneller zu lernen.

 

Auszeit vom Studium

Geht es dir um eine Auszeit vom Studium, um z. B. ein Praktikum oder ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren? Solche Aufgaben kannst du auch in Deutschland übernehmen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten vor der eigenen Haustür bzw. an wunderschönen Orten, wo andere Urlaub machen. Hierzu zählen z.B. die Nord- und Ostsee, das Alpenvorland, die Sächsische Schweiz, der Schwarzwald oder die Mecklenburgische Seenplatte etc.

 

Flexibilität ist das Zauberwort der Stunde, frei nach dem Motto: Wenn Plan A nicht funktioniert, dann einfach einen Plan B ent­wickeln. 

Soziale Einrichtungen für kranke Kinder, Pflegebedürftige, Behinderte, Suchtabhängige sowie Hospize, Tierheime, Umweltverbände, Vereine und gemeinnützige Gesellschaften freuen sich überall über tatkräftige Unterstützung, auch bei uns im ­Inland. Solche Institutionen sind immer dankbar für zusätzliche Hilfe von jungen Menschen, die sich engagieren möchten. Die Wertschätzung, die du hier bekommst, ist genauso groß wie die im Ausland.

 

Faszination erleben

Bist du auf der Suche nach einem echten Abenteuer, dem Spirit, in einem anderen Land zu leben und in eine andere Kultur einzutauchen? Dann prüfe, in welches ost- oder südeuropä­ische Land du gehen kannst, um dort zu leben und zu arbeiten. Das Leben, wie wir es aus unseren deutschen Uni-Städten kennen, gibt es vielerorts nicht. Du musst nicht bis nach Äthiopien fliegen, um Armut zu erfahren. Auch in Europa gibt es herausfordernde Lebensumstände. 

 

Das Durchschnittseinkommen pro Monat* beträgt in

  • Albanien = € 390
  • Serbien = € 523
  • Türkei = € 715

und

  • Südafrika = € 450
  • Peru = € 502
  • Brasilien = € 680

Der Vergleichswert in Deutschland liegt bei € 3.612 pro Monat.     [*Quelle: www.laenderdaten.info]

 

Bedenke, dass du innerhalb Europas mehr Optionen für eine Rückreise hast als aus der weiten Ferne, falls eine sofortige Heimkehr erforderlich werden sollte.

 

Karrieretipp: Lebenslauf umdenken

An das Corona-Jahr 2020 werden sich alle Generationen noch sehr lange erinnern. Wenn du deine Auslandspläne anpasst, verschiebst, änderst oder ausfallen lässt, muss das keine Auswirkung auf deine Karriere haben. Überlege dir, wie du eine alternative Tätigkeit in deinem Lebenslauf gewinnbringend einbaust, und vor allem welchen Wert du ihr gibst. Ein soziales Jahr im Ausland ist nicht besser als eins in Deutschland. Du hilfst in beiden Fällen Menschen, die deine Hilfe, Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen.

 

Wenn du ein Ehrenamt in deiner Heimatstadt machst und nicht in einem exotischen Schwellen- oder Entwicklungsland, schreibe in deinen Lebenslauf „Plan B wegen Corona“ oder ­datiere die Zeit mit „Corona-Jahr 2020“.

 

Sei kreativ und selbstbewusst, die zukünftigen Leser deiner Bewerbung darauf hinzuweisen, dass du zu den Studienjahr­gängen gehört hast, die Corona während des Studiums aus­sitzen mussten. Kein HR-Manager wird dir das krummnehmen und falls doch, dann wäge ab, ob es wirklich das richtige Unternehmen für dich ist und ob deren Werte zu deinen passen.

Wissenswertes

In dieser Rubrik verstecken sich lauter WISSENSWERTE Themen bunt gemixt - Hier ist für jeden was Interessantes dabei!


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