
Wie du den richtigen Job mit klarer Orientierung findest
Stell dir vor, du hattest gerade ein Vorstellungsgespräch und verlässt den Raum, läufst den Gang entlang, um das Unternehmen zu verlassen. Kaum bist du draußen, bleibst du stehen und fragst dich: „Was war das denn bitte?“
Du hattest dich gut vorbereitet, auf das Unternehmen, deine eigenen Ziele und Talente – und doch ist hier an irgendeiner Stelle alles anders gelaufen. Plötzlich kamen Fragen über deine Entscheidungsrichtungen, deine Haltungen und deine eigenen Werte.
Fragen, auf die du selbst keine konkreten Antworten hattest….
Noch nicht – denn ich nehme dich jetzt mit, damit du in dieser oder ähnlichen Situationen souverän und authentisch antworten kannst.
Wertebewusstsein: Warum es dich weiterbringt
Werte bestimmen unser Leben – immer. Meist unbewusst. Sie beeinflussen, wie wir Entscheidungen treffen, wen wir sympathisch oder unsympathisch finden, welches Verhalten wir an den Tag legen und welches Verhalten wir ablehnen. Wann und wie wir in bestimmten Situationen reden – und wann wir ruhig sind. Sie sind oft mit verantwortlich, wenn Konflikte entstehen, und lassen unseren Blutdruck steigen. Mal aus Begeisterung, mal aus Ablehnung. Vielleicht fällt es dir leicht, zu sagen, was dir in der Arbeit wichtig ist, aber weißt du auch, warum es dir so wichtig ist?
Werte sind wie unser eingebauter Kompass – sie geben uns eine Richtung, Empfehlungen und leiten uns. Dein eigenes Wertesystem wurde schon von Kindheit an aufgebaut – durch deine Eltern, Bezugspersonen, Erfahrungen, Gesellschaft, Freunde...
Unbewusst haben wir damit unseren Kompass geeicht und ausgerichtet. Doch genau so, wie du einen Kompass aktiv nutzen wirst, wenn du die stimmige Richtung für deine Wanderung herausfinden willst, genau so ist es wichtig, deinen inneren Kompass zu kennen und damit auch zu nutzen.
Die Power der Werte entsteht nämlich genau in dem Moment, in dem du dich damit beschäftigst und sie in deinem Leben ganz aktiv ihren Platz finden.
Wenn du deine Werte kennst, wird vieles klarer und einfacher:
- Entscheidungen treffen: Du wirst schneller erkennen, was wirklich zu dir passt, weil du weißt, was dir entspricht.
- Zusammenarbeit: Du wirst in der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Teams effektiver sein, weil du Wertekonflikte frühzeitig erkennst und klar kommunizieren kannst.
- Dein Umfeld: Du ziehst Menschen in dein Leben, die deinem Werteverständnis entsprechen. Dies führt zu erfüllenderen Beziehungen und zu einer beruflichen Partnerschaft, die wirklich zu dir passt.
- Berufliche Zufriedenheit: Du wirst in Unternehmen arbeiten, die deine Werte auch in den gelebten Unternehmenswerten widerspiegeln.
- Dein Leben wird „wert-voller“: Du kannst gezielt die Ausrichtung deines Lebens ändern, sodass sie wirklich zu deinen innersten Überzeugungen passt.
Doch hier kommt die Herausforderung:Â
Wissen allein reicht nicht aus! Die Power der Werte entfaltet sich erst, wenn du sie auch tatsächlich lebst. Wenn sie durch dein Handeln und Sein aktiver Bestandteil in deinem Leben werden und sind.
Also lass uns deine Werte definieren – hier sind 3 aus meiner Erfahrung sehr hilfreiche Wege, damit du selbst deine eigenen Werte bestimmen kannst.Â
- Sinnieren
Nimm dir jetzt für den Anfang 10 Minuten und schreibe alle Werte auf, die du für dich selbst für wichtig erachtest. Ungefiltert. Was ist dir wichtig? Was noch? Nun schau dir deine Liste an – was fehlt dir? Was fällt dir auf? - Gestützte Arbeit
Nutze vorhandene Werte-Listen, in denen eine Vielzahl an Werten bereits zusammengetragen wurde. Gerne kannst du dir kostenfrei mein eigenes ebook hierzu auf meiner Homepage herunterladen. Anhand dieser Liste markiere nun die Werte, die dir wirklich wichtig sind (ACHTUNG: Natürlich sind alle wichtig, doch welche sind dir wirklich noch etwas wichtiger als andere?) - Eigenes Leben
Da wir Werte immer leben, kannst du hierzu auch hervorragend dein eigenes Leben nutzen. Stell dir vor, du schaust dir dein Leben wie einen Stummfilm an, in dem du nur dich und deine Handlungen siehst. Nun beobachte dich. Wer bist du? Wann wirst du aktiv? Wann nicht? Was lässt dich strahlen, was verstummen? Notiere dir deine Beobachtungen auch hier.
Gratulation! Du hast den ersten Schritt zu deinen Kernwerten gemacht. Vielleicht hast du selbst schon gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist. Kann auch nicht. Die Herausforderung besteht vor allem darin, wirklich deine Werte zu entdecken. Nicht die, die sich gut anhören oder die gesellschaftlich akzeptiert sind. Sondern DEINE!
Sieh deine gesammelten Werte nun als einen Entwurf an. Spiele auch mit den Begrifflichkeiten. Nun darfst du eintauchen. Sie mit wahrem Leben füllen! Wir nutzen oft Wert-Begriffe, die gängig sind. Doch allein der Wert FREIHEIT kann für dich ganz anders gelebt aussehen als für mich. Daher konzentriere dich auf deine 5 kraftvollsten Werte und notiere dir, was genau diese Werte bedeuten. Was steckt dahinter? Woran würde eine außenstehende Person merken, dass du diesen Wert lebst? Woran ist es erkennbar? Und wie würde ein Verstoß dagegen aussehen?
Arbeit mit seinen Werten ist ein tiefer Prozess. Nimm dir wirklich den Raum und die Zeit genau hierfür. Möchtest du wissen, wie du herausfindest, welcher Wert wirklich deiner ist? Dann spüre in dich hinein. Ja, wirklich. Denn ein Wert, der für dich relevant ist, der hat auch emotionale Kraft. Du wirst ihn in deinem Körper spüren. Daher ist die Arbeit mit Werten auch für mich immer wieder so erstaunlich. Nach und nach zeigen sie sich und werden zunehmend deutlicher. Und sobald sie klar sind, kann eine wahre Kraft entstehen.
Da unser Zusammenleben auch durch unsere und die Werte der Menschen, die in unserem Leben sind, beeinflusst wird hier noch ein Tipp für dich: Suche das Gespräch. Tausche dich mit Freund:Innen und bekannten Personen über die Werte aus. Sensibilisiere dich selbst. Schau dir Unternehmen an, in denen du arbeitest. Lies die Stellenausschreibungen mit der Werte-Brille.
Die Welt verändert sich, wenn du selbst hier deinen Kompass immer aktiver nutzt. Für mich bedeutet die Auseinandersetzung mit Werten immer auch, dass wir selbst authentischer zu uns und für andere werden. Wir agieren bewusster, können klarer und damit auch WERT-schätzender kommunizieren. Und aus meiner Sicht, ist das ganz besonders jetzt so wichtig.
