
Bald hast du es geschafft: Dein Uniabschluss ist in Sicht, der Bewerbungsprozess läuft – und plötzlich steht sie vor dir, die erste Gehaltsverhandlung. Vielleicht fühlst du dich unsicher: Wie hoch kannst du ansetzen? Was ist realistisch? Und was, wenn dein Wunschgehalt abgelehnt wird?
Lass uns direkt eine Sache klären: Dein Gehalt ist kein Geschenk, sondern eine Anerkennung deiner Leistung. Wer nicht verhandelt, verschenkt Geld und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Denn dein Einstiegsgehalt bestimmt nicht nur, was am Monatsende auf deinem Konto landet – es beeinflusst deine gesamte Gehaltsentwicklung in den kommenden Jahren.
Warum fällt Verhandeln so schwer?
Manche glauben, sie hätten noch nicht genug Erfahrung, um Ansprüche zu stellen. Andere haben Angst, als unverschämt zu gelten. Dabei geht es nicht darum, dreist aufzutreten, sondern sachlich und selbstbewusst den Wert seiner Arbeit zu vertreten.
Fakt ist: Arbeitgeber erwarten, dass du verhandelst. Ein Unternehmen, das dich will, wird nicht gleich abspringen, nur weil du über dein Gehalt sprichst. Wichtig ist, dass du gut vorbereitet bist.
Was ist dein Marktwert?
Bevor du in die Verhandlung gehst, solltest du wissen, was üblich ist. Recherchiere Gehaltsbenchmarks für deine Branche, deine Position und deine Region. Plattformen wie Glassdoor oder der Step-stone-Gehaltsreport geben gute Anhaltspunkte. Noch besser: Sprich mit Absolvent:innen, die schon in der Branche arbeiten.
Setze eine realistische Gehaltsrange, die sowohl dein Wunschgehalt als auch eine akzeptable Untergrenze enthält. Kommuniziere dabei immer den oberen Wert – nach unten verhandeln kann dein Arbeitgeber immer noch.
Die drei wichtigsten Verhandlungsstrategien
- Zeige deinen Wert: Dein Abschluss allein reicht nicht als Argument. Überlege dir, welche Kompetenzen, Praktika oder Erfahrungen du mitbringst, die dich für das Unternehmen wertvoll machen.
- Schweigen macht stark: Nenne deinen Gehaltswunsch und warte ab. Viele neigen dazu, sich sofort zu rechtfertigen oder ein niedrigeres Angebot hinterherzuschieben. Bleib ruhig – oft kommt von selbst eine Gegenreaktion.
- Gesamtpaket im Blick behalten: Falls das Unternehmen beim Gehalt wenig Spielraum hat, gibt es oft Alternativen: Prämien, Weiterbildungen, zusätzliche Urlaubstage oder flexible Arbeitszeiten. Auch das kann für dich wertvoll sein.
Raus aus der Komfortzone – rein ins Gespräch
Ja, verhandeln kostet Überwindung. Aber du wirst es immer wieder tun müssen – sei es bei zukünftigen Gehaltserhöhungen oder neuen Jobangeboten. Je früher du dich traust, desto leichter wird es.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude bei deiner ersten Gehaltsverhandlung.
