Karrieretipps > Kommunikation > Lampenfieber

Ein Karrieretipp von Deutsche Bildung, Lesedauer: ca. 3 Minuten

Lampenfieber

Lampenfieber:

ein schrecklich mulmiges Gefühl

Wer kennt das nicht? Heute müssen Sie ein Referat halten und fühlen sich wie im Wartezimmer des Zahnarztes. Die Hände werden kalt oder wahlweise feucht. Das Herz klopft spürbar. Ihre Gedanken kreisen um Ihren Auftritt und was dabei schief gehen könnte. Haben Sie wirklich alle Fakten im Kopf? Sind Sie für jede Rückfrage gewappnet? Die Uhr tickt und Sie wollen nur noch eins: es soll vorbei sein. Dabei ist es nur die Evolution, die Ihrem Nervensystem einen Streich spielt. Was Lampenfieber genau ist und was Sie dagegen tun können? Lesen Sie unseren Beitrag.

 

Lampenfieber ist eigentlich aus der Welt des Theaters bekannt. Scheinwerfer leuchten die Bühne aus und Schauspieler brutzeln darunter in den ersten Minuten der Aufregung. Doch auch bei Vorträgen oder Referaten – zunächst an der Hochschule, später im Beruf – betreten Studierende und Absolventen die sinnbildliche Bühne, wenn Sie vor Zuhörern etwas vortragen sollen und alle Augen auf sie gerichtet sind. Das mulmige Gefühl, das sich in der Regel nach den ersten Minuten verflüchtigt, wird ebenfalls als Lampenfieber bezeichnet.

Der Körper in Alarmbereitschaft

Wie so viele Reaktionen, die wir bewusst kaum steuern können, ist auch Lampenfieber eine Begleiterscheinung der Evolution. Geschieht etwas Ungewöhnliches, muss der Körper in der Lage sein, auf diese Bedrohung zu reagieren. Dazu jagt er uns eine Menge Adrenalin, ein Stresshormon, durchs Blut. Das versetzt uns in die Lage, Kämpfe auszufechten oder schnell die Flucht zu ergreifen. Bei einer Präsentation ist das wohl nur selten nötig. Der Körper aber ist trotzdem alarmiert.

Lampenfieber als Chance

Ein wenig Nervosität ist gut. Die für Kampf und Flucht bereitgestellte Energie lässt sich auch für mitreißende, engagierte Präsentationen nutzen. Es fördert die geistige Konzentration und nicht selten wundern sich Studierende nach Referaten oder Prüfungen, zu welch brillanten Leistungen sie plötzlich in der Lage waren. Dieser Gedanke kann dabei helfen, das Lampenfieber positiv anzunehmen.

 

Lampenfieber unterstützt uns auch dabei, die Vorbereitung ernst zu nehmen. In einem Trainingsbuch von Jörg A. Wendorff ist das treffende Zitat zu lesen: „Erst als ich mich ganz sicher fühlte, lief alles schief.“ Gar keine Aufregung zu verspüren ist also auch nicht förderlich.

Die goldene Mitte

Ein wenig Lampenfieber ist also nicht nur normal, sondern gehört zu einer gelungenen Präsentation dazu. Trotzdem kommt es – wie bei so vielen Dingen – auf das richtige Maß an. Wird das Lampenfieber einfach zu unangenehm oder beeinträchtigt es sogar Ihre Leistung? Wollen Sie buchstäblich die Flucht ergreifen oder fangen Sie an, entsprechende Situationen gleich ganz zu vermeiden? Dann sollten Sie bewusst dagegen ansteuern.

Wie kann Lampenfieber auf ein erträgliches Maß reduziert werden? Machen Sie sich folgendes bewusst:

  • Denken Sie daran, dass Lampenfieber evolutionsbedingt und ganz natürlich ist. Die Energie hilft Ihnen bei der Präsentation. Nutzen Sie diese Kraft.
  • Lampenfieber wird auch durch die Angst geschürt, dass die Zuhörer von Ihrer Nervosität Wind bekommen. Denken Sie daran, dass der Großteil Ihres inneren Zustands nicht nach außen dringt. Kleine Anzeichen von Nervosität wirken außerdem sympathisch.
  • Sie sind mit dem Lampenfieber nicht allein. Jeder, der vor anderen Menschen präsentiert, kennt das Gefühl.
  • Machen Sie sich klar, dass es nur um eine Präsentation und nicht um Ihr Leben geht.
  • Freuen Sie sich darauf, den Teilnehmern etwas präsentieren zu dürfen. In aller Regel möchten diese gerne etwas von Ihnen lernen und wollen Ihnen nichts Böses. Die positive Einstellung zu den Zuhörern kann helfen.
  • Eine gute inhaltliche und organisatorische Vorbereitung ist das beste Mittel gegen Lampenfieber. Führen Sie die Präsentation probeweise durch und wiederholen Sie innerlich mehrmals den Ablauf.
  • Etwas Ausdauersport am Abend oder am Morgen vor der Präsentation unterstützt den Abbau von Stresshormonen.
  • Stellen Sie sich selbst eine Belohung in Aussicht, wenn der Auftritt geschafft ist. Das fördert die positiven Gedanken für die Präsentation und erinnert Sie daran, dass es auch ein „danach“ gibt.
  • Während der Präsentation kann es sehr hilfreich sein, Blickkontakt zu sympathischen Teilnehmern aufzunehmen. Deren Lächeln oder aufmerksames Nicken trägt dazu bei, sich sehr schnell wohl und sicher zu fühlen.

 

Nutzen Sie außerdem die Chance, an der Hochschule oder bei anderen Anbietern an Präsentationsworkshops teilzunehmen. In praktischen Übungen können Sie den „Ernstfall“ proben und erhalten eine Rückmeldung von Experten.



Kommunikation

Kommunikationstrainer und Buchautor Rene Borbonus und weitere Gastredakteure geben wertvolle Tipps rund um das Thema Kommunikation.

Weitere interessante Tipps zu diesem Thema

>
Julia Bach
Was ist eigentlich dieses Kom-pli-anze – und was hat es mit mir zu tun?
Schon mal von Compliance gehört? Rangiert für viele irgendwo zwischen Polizei und Miss Marple und ...
René Borbonus
Schneller nach oben
Gute Ideen überzeugend vermitteln mit dem Elevator PitchDer Elevator Pitch taugt zu viel mehr als z...
Claudia Kimich
Lets talk about money
Eure Fragen zum Thema Gehalstverhandlung hat campushunter an die Expertin Claudia Kimich gestellt.Ge...
René Borbonus
Zusammenfinden
Wie wir nach dem Corona-Trauma wieder ins Gespräch kommen Das Virus hat viel mehr in unserer G...
Petra Wagner
Was mich aufregen darf – bestimme ich!
Sonne, Strand, früher Morgen und wunderbare Luft. Mein kleiner Welpe ist bei mir und wir toben ausg...
Henryk Lüderitz
In drei Schritten zu mehr Empathie
Mit diesen drei Schritten wirst du sofort viel empathischerEmpathie und Einfühlungsvermögen haben ...
René Borbonus
Schweigen: die unterschätzte Gesprächs-Strategie
Was die „sprechende Medizin“ uns über gelingende Dialoge lehrtEines der hartnäckigsten Irrtüm...
Juliane Rosier
Introvertiert erfolgreich sein!
Nach Treffen mit vielen Menschen bist du meist erschöpft und vor einem oberflächlichen Small Talk ...
Isabel Garcia
Alles aussprechen, ohne Angst vor Streit
Wirkungsvoll in schwierige Gespräche startenCorona, Klimawandel, Gendersprache … es gibt viele Th...
Claudia Kimich
Was ‘ne Schweinerei!
Es war einmal vor langer langer Zeit an einem weit entfernten Ort hinter den Bergen umgeben von Wäl...
René Borbonus
Schrille Post
Wie Ihre Botschaften verfälscht werden und wie Sie das verhindern Jeder kennt den Stille-Post-...
Martina Haas
Feedback – Fluch oder Segen oder gar ein Auslaufmodell?
„Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für ...
Claudia Hupprich
Willkommen im Organisationszoo
Willkommen im OrganisationszooWie Du mit Meeting-Gorillas und Panik-Kaninchen am besten umgehst ...
René Borbonus
Bloß nicht verzocken!
Bloß nicht verzocken!Wie man sich auf wichtige Gespräche vorbereitet     ...
Martina Haas
Der König ist tot, es lebe der König!
Der König ist tot, es lebe der König!Vom Nutzen von Networking in Krisen Ihr könnt „Corona...
René Borbonus
Reden ist Verantwortung
Reden ist Verantwortung Wie man Menschen überzeugt, statt sie zu überreden Die freie Red...
René Borbonus
Vier gewinnt
Vier gewinnt      Was Hip-Hop und Vorträge erfolgreich macht Tho...
René Borbonus
Ihre Stimme sagt so viel wie Ihre Worte!
Ihre Stimme sagt so viel wie Ihre Worte! Wie Sie dafür sorgen, dass Sie gut klingen Die V...
Martina Haas
Die E-Mail ist tot – Es lebe die E-Mail
Die E-Mail ist tot – Es lebe die E-Mail Es ist großartig: Wir leben in einem Zeitalter nahez...
René Borbonus
Fassen wir bloß nicht zusammen!
Fassen wir bloß nicht zusammen!Wie Ihr Referat bis zum Schluss spannend bleibt Jede Präsentat...
Isabel Garcia
Die Bessersprecher
Die BessersprecherAn allen Ecken und Enden werden wir belehrt, wie wir zu reden haben. Wer die Arme ...
Mona Wiezoreck
So schmeckt Kritik gut: Der Feedback-Burger
„Kannst du machen, ist halt kacke!“ So schmeckt Kritik gut: Der Feedback-Burger „Kannst d...
René Borbonus
Wie Sie mit Storytelling Handlungsimpulse erzeugen
Mehr als überzeugenWie Sie mit Storytelling Handlungsimpulse erzeugen Manche Referate während...
A.S.I Wirtschaftsberatung AG
Reden kann doch jeder - oder etwa nicht?!
Reden kann doch jeder -oder etwa nicht?!Rhetorik als Schlüssel zu einer erfolgreichen Präsentation...
René Borbonus
Protest willkommen
                &nbs...
Martina Haas
Mit dem richtigen Networking zum Erfolg.
On- und offline gut vernetzt –Mit dem richtigen Networking zum Erfolg. Wir sind mittlerweile ...
René Borbonus
Powerpoint, dein Freund und Helfer
Powerpoint, dein Freund und HelferWie Sie Ihr Referat mit einer guten Präsentation aufwerten J...
Holger Ahrens
XING, LinkedIn und Co. sind nicht nur was für alte Säcke!
XING, LinkedIn und Co. sind nicht nur was für alte Säcke! Durch digitales Selbstmarketing fr...
René Borbonus
Kein Grund, nervös zu werden…
Nervosität– Kein Grund, nervös zu werden…Als Akademiker kennen Sie die Nervosität, die jeden ...
Petra Polk
Wie kommen Sie beim Networking leicht ins Gespräch
Wie kommen Sie beim Networking leicht ins Gespräch Eine Frage die mir sehr oft gestellt wird u...
René Borbonus
Die Kultur des Unwissens
Die Kultur des Unwissens– oder warum wir nicht jeden Mist teilen dürfen Das gesammelte Wisse...
René Borbonus
Gerade noch mal schiefgegangen
Gerade noch mal schiefgegangenWarum es sich lohnt, über Fehler zu reden Fehler haben auf dem Karrie...

Beruflicher Erfolg durch Körpersprache
Beruflicher Erfolg durch KörperspracheWenn Sie beruflich vorankommen wollen, sei es intern oder dur...
René Borbonus
Schreiben Sie doch, was Sie wollen!
Schreiben Sie doch, was Sie wollen!Warum Kommunikation in Echtzeit manchmal echt Zeit braucht. ...
Ute Blindert
Netzwerken während des Studiums – so geht’s!
 Netzwerken während des Studiums – so geht’s!Beim Thema „Netzwerken“ fragen sich siche...
René Borbonus
Fragensteller sind Weichensteller
Fragensteller sind Weichensteller„Wer nicht fragt, bleibt dumm“, diesen Spruch kennen wir alle s...
Viktorija Rakucha
3 x fragen lohnt sich!?
3 x fragen lohnt sich!?Beruflich und privat kommunizieren Sie viel, direkt „Face to Face“ und am...
Ute Blindert
LinkedIn – so erstellst du ein gutes Profil
LinkedIn – so erstellst du ein gutes ProfilWenn du dir die Frage stellst, welches Online-Business-...
René Borbonus
Mit konstruktiver Kritik Konflikte vermeiden
Mit konstruktiver Kritik Konflikte vermeidenDer Kollege, der nie pünktlich zum vereinbarten Termin ...
René Borbonus
Karrieremotor Respekt
Karrieremotor RespektSo schön die Studienzeit auch ist: Nach Jahren in überfüllten Hörsälen mö...
René Borbonus
Alles außer Schall und Rauch
Alles außer Schall und RauchWorte, die etwas sagen, werden auch gehört „Bitte bleiben Sie n...
Milena Hardt
Voice Power
 Wir alle kennen Menschen, denen wir gerne zuhören und andere, bei denen wir unwillkürlich ab...
René Borbonus
„Hat jemand Notizen gemacht?“
„Hat jemand Notizen gemacht?“Wie Sie einen Blackout überwinden und für sich nutzen könnenEs g...
Ute Blindert
Netzwerken während des Studiums – bringt das was?
Netzwerken während des Studiums – bringt das was?Das Thema „Netzwerken“ macht seit einiger Ze...
Viktorija Rakucha
Schneller zum Erfolg oder Schritt für Schritt?
Schneller zum Erfolg oder Schritt für Schritt?Von der Körpertypologie eines Menschen: sehend vs f...
Ulrike Heiß
Inbox Zero – das Geheimnis eines klaren Kopfes
Inbox Zero – das Geheimnis eines klaren Kopfes So arbeiten die E-Mail-Profis: Wer konsequent ...
René Borbonus
Mit konstruktiver Kritik Konflikte vermeiden
Mit konstruktiver Kritik Konflikte vermeidenDer Kollege, der nie pünktlich zum vereinbarten Termin ...
René Borbonus
Der erste Satz muss begeistern
RedeeinstiegDer erste Satz muss begeistern Der erste Satz in einer Rede entscheidet darüber, o...
René Borbonus
Der Pannen-Notfallkoffer
Der Pannen-Notfallkoffer Die schlechte Nachricht: Nach dem Gesetz von Murphy wird all das schie...
women&work
Guanxi – oder die Kunst, Kontakte zu knüpfen
Guanxi – oder die Kunst, Kontakte zu knüpfenSechs effektive Networking-TippsGuanxi ist das chines...
René Borbonus
Ratschläge für einen schlechten Kritiker
Ratschläge für einen schlechten KritikerWie Sie Ihre Mitmenschen vergraulen Wer braucht schon...
Viktorija Rakucha
Unsere Zunge kann lügen - unser Körper nicht.
Unsere Zunge kann lügen - unser Körper nicht Die Körpersprache wird aus dem Unbewussten des ...

Keine lange Leitung
Keine lange Leitung Um es kurz zu machen: das Telefon-Register für mehr Erfolg im Job. Klingel...
Lorenz-Seminare
Was unser Körper über uns verrät
Was unser Körper über uns verrätvon Karl Heinz LorenzWir geben uns viel Mühe, Sprachen zu erlern...
Karrierecoach München
Konflikte erfolgreich meistern!
Konfliktmanagement: Konflikte erfolgreich meistern! Häufig werden Konflikte als unangenehme St...
René Borbonus
Erfolgreich Fahrstuhl fahren
Erfolgreich Fahrstuhl fahren Geheimwaffe Elevator Pitch: In Sekundenschnelle überzeugend präs...
Thorsten Ohler
Die ultimative Präsentation
 Die ultimative Präsentation und was Lametta damit zu tun hat…„Ich will, dass die Präsent...
René Borbonus
Killerfragen clever nutzen
Schwierige (Frage-)Typen und wie man ihnen begegnetIch werde oft gefragt, wie man schwierige Fragen ...
René Borbonus
Good news first?
Von der Kunst, schlechte Nachrichten angemessen zu vermitteln Die Zeiten, in denen Überbringer...
René Borbonus
Mit einem Lächeln zum Erfolg
Warum es sich lohnt, ein freundlicher Mensch zu seinWann hat Freundlichkeit eigentlich einen derart ...