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Nandine Meyden

Wenn einer eine Reise tut...

 

Vielleicht kennen Sie das auch: Sie selbst betrachten sich durchaus als kultivierten, höflichen Menschen. Die meisten Menschen, mit denen Sie beruflich und privat zu tun haben, sind der Sorte „halbwegs zivilisiert“ zuzurechnen. Doch sobald Sie unterwegs sind, sei es mit dem Flugzeug oder Zug zu einem Meeting, einem Kunden oder in öffentlichen Situationen wie Messen und Kongressen, gibt es viele Kontakt, die Sie sich nicht ausgesucht haben, und die Menschen kommen aus allen Schichten und zeigen nicht nur erfreuliches Verhalten. Solange Sie das nur aus den Augenwinkeln wahrnehmen, ist dies zwar ärgerlich, aber meist noch nicht schlimm. Anders ist es, wenn Sie unter dem schlechten Benehmen der anderen leiden und dadurch eingeschränkt werden. Was dann? „Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil“ oder auch „So wie es in den Wald hineinruft so schallt es ­heraus“? Nein, natürlich nicht.

„Gute Manieren ­bestehen aus lauter kleinen Opfern."
Ralph Waldo Emerson

 

Nichts ist schwieriger, als auf höfliche Art mit unhöflichen Menschen umzugehen, und gerade dann zeigen sich Stil und Größe. Schaffe ich es, selbst bei groben Zeitgenossen noch Haltung zu bewahren, oder begebe ich mich auf deren Niveau?

Schon Ralph Waldo Emerson (1803-1882, US-amerikanischer Geistlicher, Lehrer, Philosoph und Essayist) sagte: „Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern.“

 

Was ist wichtig:

  • Bleiben Sie immer ruhig, erheben Sie Ihre Stimme nicht. Sonst artet es in eine verbale Schlacht aus –  Sie erreichen damit bestimmt nicht mehr.
  • Verwenden Sie nur höfliches, „stubenreines“ Vokabular. Sie sollten sich in jeder Situation so ausdrücken, dass auch Ihr Chef, Ihr wichtigster Kunde oder Ihre Kinder zuhören können, ohne dass Sie sich im Nachhinein schämen müssen.
  • Sprechen Sie Ihre Wünsche höflich, aber bestimmt und klar aus.
  • Beschreiben Sie kurz, was Sie stört.
  • Sprechen Sie von sich aus, in der „Ich-Form“, nicht mit „man“-Formulierungen: „Ich möchte... mich stört ...“

 

Beispiel: Sie sitzen im ICE und möchten sich gerne auf das bevorstehende Treffen mit einem Geschäftspartner vorbereiten. Dies gelingt jedoch nicht, da sich jemand in Ihrem Abteil mit schlechten Kopfhörern hingebungsvoll dem Dröhnen von HipHop-Musik widmet: „Die Musik ­Ihres Walkmans ist bis zu mir drei Sitze weiter zu hören. Bitte stellen Sie ihn doch etwas leiser ein. Ich kann mich sonst nicht mehr auf mein Buch konzentrieren.“

 

Wenn Sie merken, dass Ihre Gefühle zu kochen beginnen, denken Sie an Folgendes: Schlechtes Benehmen ist durch nichts, wirklich gar nichts zu entschuldigen.

 

Anselm Feuerbach (1829-80) sagte: „Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler; denn du kannst dich nicht verteidigen, nicht einmal durch Grobheit.“ Das gilt nicht nur für Taktlosigkeit, sondern für die meisten Formen von schlechtem Benehmen und Rücksichtslosigkeit.

 

Bei hartnäckigen Personen, die trotz einer Bitte und einer zweiten höflichen Aufforderung weiter Sie und vielleicht auch andere belästigen, können Sie nur Folgendes tun:

  • „Sprung in der Schallplatte“: Wieder­holen Sie Ihre Bitte noch einmal ruhig, freundlich, höflich.
  • Wenden Sie sich an jemanden, der das Hausrecht hat: Zugpersonal, Stewardess, Kellner etc.

Etikette und mehr

Eignet sich Sprudel zum Zuprosten? Welche Hürden sollte ich bei Geschäftsessen meistern können? Was muss ich bei privaten Einladungen beachten? Casual Friday – bedeutet das automatisch Freizeitlook? Was genau sind eigentlich die Regeln im Umgang mit der Visitenkarte?  Was ist beim Firmenwagen zu beachten?

Als Spezialistin für moderne Umgangsformen und Regeln der Etikette schreibt Nandine Meyden auch für campushunter. Ihre Themen sind die Bereiche Business-Etikette und populäre Fettnäpfchen und Benimmirrtümer. Unterhaltsam um informativ zum sicheren Benehmen.


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